Die letzten Demokraten – Was eine falsche Deklination anrichten kann

Wenn die Piratenpartei in der Öffentlichkeit besprochen wird, sieht man immer nur ein müdes Grinsen auf den Gesichtern aller Beteiligten.
„…weil die Piraten sich nicht einig sind und in der Öffentlichkeit auch entsprechend verschiedene Positionen vertreten werden. Sie kommen immer rüber, wie ein ungeordneter Haufen. Wer möchte von so jemandem regiert werden?“

Diese Position führen die entsprechenden Personen gerne an, wenn man sie auf ihr müdes Grinsen anspricht. Dabei wird nicht erwähnt, dass man sich hier praktisch über den Bürger lustig macht, der denkt, er würde in einer Demokratie leben.
Denn bei den Vertretern der großen Volksparteien gibt es nicht etwa ein einheitliches Bild, weil alle derselben Meinung sind. Es gibt ein einheitliches Bild, weil bei der Fraktionssitzung durch den Fraktionsvorsitzenden das Abstimmungsverhalten vorgegeben wird. Wenn eine große Volkspartei also mit über 20 Sitzen in einem Rat vertreten ist, sind diese 20 Personen nicht dazu gedacht, 20 verschiedene Meinungsbilder in einem Plenum zusammenzutragen und dabei durch eine kontroverse Diskussion das Beste für den Bürger zu erarbeiten. Es wird lediglich eine Meinung vorgegeben, die alle zu vertreten haben. Die Sitze werden hier also lediglich als Machtinstrument genutzt. Wer mehr Sitze hat, hat mehr Stimmen. Nicht jedoch kontroversere Diskussion oder mehr Meinungen aus verschiedenen Gesichtspunkten.
Wie kann das Wort „Demokratie“ in den Namen einer Partei eingebaut werden, wenn man den Bürger so hinter das Licht führt? Der Bürger hat die einzelnen Vertreter der Parteien und somit deren persönlichen Horizont und deren persönliche Meinung, deren Moralverständnis gewählt. Nicht bestimmt hat der Bürger allerdings den Fraktionsvorsitzenden. Dieser ist aber derjenige, der schließlich vorgibt, wofür seine „Püppchen“ die Hand heben.

Das Wort „Demokratie“ kommt aus dem altgr. von dem Wort δῆμος (Dämos) = Volk und κρατία (kratia) = Herrschaft. Zusammengesetzt bedeutet dies „Herrschaft des Volkes“. Zu vermuten ist, dass einschlägige Volksparteien Schwierigkeiten bei der Übersetzung aus dem altgriechischen hatten und das Wort „Demokratie“ falsch dekliniert haben. So könnte man auch zum dem Ergebnis „Herrschaft über das Volk“ kommen. Wir bitten dies nochmal von einschlägigen Grammatikexperten überprüfen zu lassen. Ob diese dann gehört werden und wofür diese schließlich abstimmen, bleibt ja aber dem Fraktionsvorsitzenden, mit der Hoheit über die Fraktionsdisziplin, überlassen.

Insoweit sei der Hinweis darauf gelenkt, dass die nach außen scheinende Uneinigkeit der Piraten, die breit gestreuten Meinungen des Volkes repräsentiert. Die Piratenpartei hat zeitig erkannt, dass sich die meisten Bürger nicht mehr für Politik interessieren, weil Sie das Gefühl haben, ihre Meinung interessiert ohnehin niemanden. -So ist es auch! Die Meinung des Bürgers interessiert maximal alle 4 Jahre für 30 Minuten, die der Mandatsträger gar nicht. Interessant ist immer die des Fraktionsvorsitzenden. Wenn man sich jetzt überlegt, wie viele große Volksparteien es gibt und somit wie viele Fraktionen in jeder Stadt zusammen kommen, kann man sich vorstellen, wie wenig Menschen die vermeintliche Demokratie, die „Herrschaft über das Volk“ ausüben. Kann es denn sein das 2 Personen unter dem Namen „Demokratie“ eine Stadt, einen Kreis, ein Land oder eine ganze Republik regieren?
Bei der Piratenpartei hingegen interessiert die Meinung des Volks, sogar ausschließlich diese. Das ist sicherlich einer der wenigen Punkte in dem sich alle Piraten einig sind. Erst seit kurzem gibt es nun bei nahezu jeder PIRATEN Fraktion, die Option „OpenAntrag“ worüber persönliche Meinungen, Ideen sowie Anliegen der Bürger direkt als Antrag in die Fraktion geleitet werden und nach einer moralischen Prüfung auch vor die Prüfung durch den Rat gestellt werden. Aber auch bei Fraktionssitzungen werden die verschiedenen Ansichten zu verschiedenen Themen besprochen und wenn hier Uneinigkeit besteht, dann wird dies akzeptiert. Ganz im Sinne der Meinungsfreiheit. Jeder darf seine Meinung behalten und nach seinem persönlichen Moralverständnis abstimmen. Denn der Bürger hat die entsprechende Person in der Rat gewählt, nicht die Schablone eines Parteiprogramms oder den Egoismus eines Fraktionsvorsitzenden. So „gewinnt“ man sicherlich nicht immer gegen andere Fraktionen, aber man handelt im Interesse des Bürgers und darum geht es!

Wenn Sie also das nächste Mal ansetzen zu grinsen, wenn Sie den Namen PIRATENPARTEI hören, fragen Sie sich doch einmal was lächerlicher ist. Ein „alberner“ Name, oder einer der entstanden ist, weil man das Fremdwort im eigenen Namen falsch dekliniert hat.
Wenn Sie also das nächste Mal ansetzen zu grinsen, wenn Sie davon hören, dass die PIRATENPARTEI sich nicht einig ist, fragen Sie sich doch mal, was Ihnen lieber ist. Wenn Kontroversen diskutiert werden, oder wenn ein Fraktionsvorsitzender entscheidet, was Sie gut finden werden.

 

Maximilian Möhring

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